Glossar
Die Begriffe, die immer wieder auftauchen, in einfachen Worten. Jeweils mit dem Grund, warum sie wichtig sind.
43 Begriffe
Kein passender Begriff. Wenn dir einer fehlt, sag gern in den Kommentaren Bescheid.
A
- Abregelung
Der Wechselrichter drosselt die Solarmodule, weil der Akku voll ist und niemand den Strom braucht. Die Sonne scheint weiter; die Energie ist einfach weg.
- Akkupreis
Der Durchschnittspreis einer Kilowattstunde im Akku: Sonnenstrom zu null, Netzladungen zu dem, was sie gekostet haben, gewichtet nach Menge. Entnehmen ändert ihn nicht.
B
- Basislast
Was das Haus ohne die großen steuerbaren Verbraucher wie die Wärmepumpe braucht. Sie ist der Sockel, an dem jeder Überschuss gemessen wird.
- Batteriemanagement BMS
Die Elektronik in jedem Akku-Pack. Sie schützt die Zellen und kann Laden oder Entladen verbieten. Wenn sie Nein sagt, hören alle zu.
- Batteriewächter (Shunt)
Ein Messgerät im Akkukabel, das jedes Ampere zählt, das hinein- und herausfließt. Zählen schlägt Schätzen, deshalb richtet sich das System nach seinem Ladestand.
- Bisektion
Ein Suchverfahren, das den Bereich immer wieder halbiert, bis die Antwort genau genug ist. Wie beim Zahlenraten zwischen 1 und 100 mit sieben Fragen.
- Bivalente Heizung
Zwei Wärmequellen in einem Haus, die sich abwechseln, etwa eine Wärmepumpe und eine Gastherme. Spannend ist die Frage, wer gerade Dienst hat.
D
- Day-Ahead-Preis
Der Großhandelspreis für jede Viertelstunde des nächsten Tages, ermittelt in einer täglichen Auktion. Die Preise für morgen kommen am frühen Nachmittag; weiter als etwa anderthalb Tage sieht ein Haus deshalb nie voraus.
- Dynamischer Stromtarif
Ein Tarif, dessen Preis dem Großhandelsmarkt folgt und sich alle 15 Minuten ändern kann. Das Gegenstück ist der feste Tarif, bei dem jede Kilowattstunde gleich viel kostet.
E
- Einspeisung
Solarstrom ins Netz abgeben und dafür Geld bekommen. Wo das vergütet wird, ist die entgangene Vergütung ein echter Preis im Akku-Konto. Ohne Vergütung bleibt Sonnenstrom im Konto bei null.
- EVA-Prinzip
Eingabe → Verarbeitung → Ausgabe. Das Grundmuster jeder Entscheidung im Haus: Etwas wird gemessen, etwas wird berechnet, etwas wird getan. Die Logik-Landkarte ist genau danach aufgebaut, von links nach rechts.
F
- Fail-closed / fail-open
Was passiert, wenn etwas unklar ist. Fail-closed: im Zweifel gesperrt. Fail-open: im Zweifel erlaubt. Für alles, was echte Hardware schaltet, sollte die Antwort fail-closed lauten.
- Festpreistarif
Ein Stromtarif, bei dem jede Kilowattstunde gleich viel kostet, tagsüber wie nachts. Einfach und planbar; auf der Netzseite gibt es wenig zu optimieren.
- Flexible Last
Ein Verbraucher, der laufen kann, wann es dem System passt, und nicht, wann jemand auf einen Knopf drückt. Bei mir sind das Krypto-Miner, die überschüssigen Strom in Rechenarbeit verwandeln.
- Flugschreiber
Eine lückenlose Aufzeichnung jeder Entscheidung und jedes Befehls, samt Absender. Passiert etwas Seltsames, lässt sich herausfinden, wer wann was getan hat.
- Frische (Alter eines Werts)
Wie lange die letzte Messung her ist. Nach einer bestimmten Zeit gilt ein Wert als unbekannt. Nicht als null, und nicht als „wahrscheinlich noch gleich“.
G
- Gezieltes Entladen (Drain)
Den Akku nachts absichtlich leeren, um Platz für die Sonne von morgen zu schaffen. Wie weit, ist eine Rechnung, kein Bauchgefühl.
H
- Heizgrenze
Die Außentemperatur, oberhalb der das Haus überhaupt keine Heizung braucht.
- Heizkurve
Die Regel, welche Vorlauftemperatur zu welcher Außentemperatur gehört: Je kälter es draußen ist, desto wärmer das Wasser. Meine ist gelernt, statt einmal eingestellt und vergessen.
- Hysterese / Totband
Ein Abstand zwischen Einschalt- und Ausschaltschwelle. Ohne ihn schaltet alles, was um eine Grenze pendelt, ständig ein und aus, wie ein nervöser Lichtschalter.
K
- Kennfeld
Eine Tabelle, die für eine Kombination von Bedingungen den passenden Wert liefert. Das COP-Kennfeld kennt zum Beispiel den COP für jedes Paar aus Außen- und Vorlauftemperatur.
- Kilowattstunde kWh
Die Einheit für Energie. Ein Heizlüfter mit 1000 Watt verbraucht in einer Stunde eine Kilowattstunde. Preise, Akku-Inhalt und Wärme werden darin gezählt.
- Kipppunkt
Der Strompreis, ab dem die Wärmepumpe teurer wird als Gas: Gas-Wärmepreis mal COP. Darunter gewinnt die Wärmepumpe, darüber das Gas.
L
- Ladestand SOC
Wie voll der Akku ist, in Prozent. Klingt banal. Eine Zahl zu bekommen, auf die man sich wirklich verlassen kann, ist überraschend schwer.
- Legionellenschutz
Das Warmwasser wird in regelmäßigen Abständen auf mindestens 60 °C aufgeheizt, damit Bakterien keine Chance haben.
- Leistungszahl COP
Wie viele Kilowattstunden Wärme eine Wärmepumpe aus einer Kilowattstunde Strom macht. COP 3 heißt: 1 kWh rein, 3 kWh Wärme raus. Der Wert schwankt stark mit Wetter und Vorlauftemperatur.
- Lerner
Ein Baustein, der aus Messungen einen Zusammenhang schätzt und ihn laufend anpasst. Zum Beispiel: Wie warm muss der Vorlauf bei minus fünf Grad sein?
- Lineare Optimierung LP
Ein mathematisches Verfahren, das innerhalb fester Grenzen den günstigsten Plan findet. Mächtig, aber nur so gut wie die Zahlen, mit denen man es füttert.
M
- Median
Der mittlere Wert einer sortierten Liste. Anders als der Durchschnitt lässt er sich von einem einzelnen wilden Ausreißer kaum beeindrucken.
- Mindest-Ladestand Min-SOC
Der Ladestand, unter den der Akku nie fallen soll. Er ist die Reserve für Überraschungen: eine trübe Woche, eine kalte Nacht, eine zu optimistische Prognose.
- Modbus
Ein altes, einfaches Industrieprotokoll, über das Software Werte aus Geräten liest und ihnen Befehle schickt. Einfach, aber nicht grenzenlos: Wer zu viel zu oft fragt, bringt manche Geräte dazu, einfach aufzugeben.
N
- Netzladen / Arbitrage
Den Akku aus dem Netz laden, solange Strom billig ist, um ihn später zu nutzen, wenn er teuer ist. In Maßen eine gute Idee. Volltanken, nur weil es gerade billig ist, ist kein Plan.
P
- Prognose-Duell
Zwei Prognosen treten gegeneinander an, und nur die bessere darf steuern. Eine Korrektur muss jeden Tag aufs Neue beweisen, dass sie wirklich etwas verbessert.
S
- Schattenbetrieb
Ein neuer Baustein rechnet mit und protokolliert alles, schaltet aber noch nichts. Erst beweist er sich, dann bekommt er Verantwortung.
- SG Ready
Ein einfacher Signaleingang an vielen Wärmepumpen. Darüber kann ein Energiemanager sagen: „Strom ist gerade billig“ oder „Bitte halt dich eine Weile zurück“.
- Spreizung ΔT
Der Unterschied zwischen Vorlauf- und Rücklauftemperatur. Eine Wärmepumpe braucht eine gewisse Mindestspreizung. Wird sie zu klein, fängt die Maschine an, eigene Entscheidungen zu treffen.
T
- Takten
Der Verdichter einer Wärmepumpe schaltet zu oft ein und aus. Das kostet Effizienz und verkürzt die Lebensdauer der Maschine.
- Tor (Gate)
Eine Bedingung, die entscheidet, ob eine Messung zählen oder eine Handlung stattfinden darf. Zu weit, und Unsinn kommt durch. Zu eng, und gar nichts.
- Totmann
Eine automatische Rückfallhandlung, die greift, wenn ein Sender verstummt. Wichtiges Detail: Sie darf nicht auf demselben Rechner laufen, der gerade ausgefallen ist.
- Trägheit
Ein beheizter Estrich speichert Wärme über Stunden, deshalb reagiert die Heizung langsam. Wer alle paar Minuten nachregelt, erreicht nichts, außer sie zu verwirren.
V
- Vollstunde (Zellausgleich)
Einmal am Tag bleibt der Akku eine Stunde lang bei 100 %, damit sich die Zellen angleichen können. In meinem System ist das die eine Regel, nach der sich alles andere richten muss.
- Vorlauf und Rücklauf
Der Vorlauf ist das warme Wasser, das zu den Heizkörpern oder in die Fußbodenheizung fließt; der Rücklauf ist das kühlere Wasser, das zurückkommt. Die Vorlauftemperatur ist der wichtigste Hebel jeder Heizung.
W
- Wärmepreis
Was eine Kilowattstunde Wärme kostet. Bei der Wärmepumpe ist das der Strompreis geteilt durch den COP, beim Gas der Gaspreis je Kilowattstunde Wärme.
Deine Erfahrung zählt
Welches System läuft bei dir, und wo hakt es? Ich freue mich über deine Erfahrungen, Bedenken und Ideen in den Kommentaren unter den Videos. Gute Ideen greife ich auf und setze sie öffentlich um: als eigenes Video oder als Ergänzung zu einem bestehenden.
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